PRESSEBERICHT Rundschau

Franz Kranewitter Bühne präsentierte die „Sieben Zwerge“

Sieben Männer alleine im Wald und allesamt wurden sie von der Frauenwelt enttäuscht. Wer sich jetzt denkt, das kann nur heiter werden, der liegt genau richtig. Die „Sieben Zwerge – Männer allein im Wald“ in der Wendelingrotte in Nassereith ließ kein Auge trocken.
Von Martin Grüneis

Es war ein angenehmer Sommerabend am Eingang ins Gafleintal. Nach vier Monaten Probezeit konnte die Franz Kranewitter Bühne Nassereith endlich das von Bernd Eilert und Otto Waalkes geschriebene Stück „Sieben Zwerge – Männer allein im Wald“ präsentieren. Am Premierenabend selbst versammelten sich zahlreiche Menschen in der Freilichtbühne und so durfte sich das Ensemble unter der Regie von Lydia Thurner bereits bei der ersten Vorstellung über ein ausverkauftes Haus freuen.

Das Stück

Hinter den Bergen wohnt die wohl berühmteste Männer-WG der Welt. Fest davon überzeugt, dass sie ein wunderbares Leben führen, halten sich die Zwerge besonders von Frauen fern, bis eines Tages Bubi von einer Begegnung am See erzählt. Brummboss, der Chef der sieben Zwerge, mahnt daraufhin, dass Frauen gefährlich sind. Währenddessen werden Witze über Schwarzhaarige im Palast gemacht. Als jedoch der Spiegel nach der Schönsten im Land befragt wird, nennt dieser Schneewittchen. Die Königin möchte sich daraufhin der „Schlampe“ entledigen und trägt Spliss auf, diese im Wald umzubringen. Dort nehmen sich aber die sieben Zwerge der schönen Prinzessin an und verlassen den Wald, um sie vor der bösen Königin zu retten.

Das Stück sorgte unter den Besuchern der Premiere für lautes Gelächter. Dafür verantwortlich waren unter anderem auch die Darsteller, welche die einzelnen Rollen perfekt verkörpern konnten. So glänzte Stefan Agreiter in der Rolle des Bubi. Die Rolle des Brummboss hingegen hätte wohl kein anderer als Hermann Krabichler spielen können. Mit seiner strengen, aber doch ruhigen Stimme überzeugte er als Boss der sieben Zwerge. Als Speedy war Jan Brand vor allem langsam. Bei genauerer Betrachtung ist es wahrlich eine Kunst, so langsam zu reden. Der jüngste Zwerg Cookie war wohl Otmar Böss, der seine Aufgabe mehr als bravourös löste. Mürrisch und stets pessimistisch zeigt sich hingegen Markus Falbesoner als Cloudy. Als Sunny durfte Ernst Riha das exakte Gegenteil darstellen. Komplettiert wird die Männer-WG durch Philipp Mang, der mit seiner aufbrausenden Art den durchtrainierten Kampfzwerg Tschakko mimte. Als Ralfie, der achte Zwerg, tauchte Günter Agerer immer wieder im Stück auf. In der Rolle der Königin durfte Martina Wander vor allem blond, eitel und besonders böse sein. Als rechte Hand stand ihr Heini Schaber als Spliss zur Seite. Als genervter Hofnarr mit schlechten Witzen und später als türkischer Türsteher vor dem Burgtor sorgte Dietmar Unterlechner stets für Gelächter. In der Rolle des Schneewittchen brillierte Johanna Schatz und als Spiegel fungierte Fabienne Trs. Auch Tamara Agerer, Maria Lechner und Corinna Lair als Fanfarenbläser sowie Birgit Auer und Bettina Brand als Palastwachen glänzten in ihren Rollen.

PRESSEBERICHT Tiroler Tageszeitung

NASSEREITH

Das Gafleintal, konkret die Wendelingrotte, bei Nassereith ist ein wahres Naturjuwel – geradezu märchenhaft schön. Laut alten Erzählungen sind dort nach Einbruch der Dunkelheit im Schutz des Hochwaldes geheimnisvolle, mystische Wesen zu beobachten. Auch soll schon mancher Wanderer aus dem Gaflein nicht mehr zurückgekehrt sein. Ein Spuk der besonderen Art spielt sich derzeit wochenends ab.

Kleine gnomartige Männlein mit bunten Zipfelmützen treiben nach Einbruch der Dunkelheit ihr (Un)wesen. Einer, ein ganz Mutiger, der es wagte, das Tal bei Dunkelheit zu betreten, soll nach seiner Rückkehr ins Dorf berichtet haben, dass es eine Männer-WG sei, die dort hause – frisch, fröhlich und frei von Frauen.

Komplexbeladen, mit Brettern wild um sich schlagend, sollen sie total ausrasten, wenn sie nur das Wort „Frau“ hören. Doch flugs, mit dem Erscheinen einer Prinzessin, auf den Namen Schneewittchen getauft, sei es aus mit der Idylle. Damit nicht genug, tauche auch noch eine „grottenhässliche“ und hundsgemeine verkleidete Königin auf, die nach dem Leben des Prinzesschens trachte. An kussbereiten Prinzen solle es plötzlich nicht mehr mangeln. Recherchen der Tiroler Tageszeitung bestätigten den Bericht des mutigen Reisenden. Anstifterin des zweifelhaften, um nicht zu sagen, kriminellen Geschehens ist Lydia Thurner, unter deren genialer Regie der sexistische Haufen um Brummboss, Cookie, Sunny, Cloudy, Bubi, Ralfi, Schneewittchen und Co. vom Clan der Kranewitter Bühne Nassereith für jede Menge urkomische und atemberaubende Momente sorgt. Regieeinfälle zum Totlachen, schauspielerische Höchstleistungen, Gag um Gag – wenn da nicht verbotene Substanzen im Spiel sind? Glaubhaften Hinweisen zufolge soll ein gewisser Otto Waalkes – um Gottes Willen, wie kann man nur so heißen – hinter der geheimen Mission mit dem Code „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ stecken. Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung.

Für zusätzliche Aufregung sorgen zudem Fanfarenbläserinnen und „Palastwachinnen“. Für die ausgefallenen bunten und ungemein kleidsamen Kostüme zeichnet nicht „Carla Lageracker“ verantwortlich, sondern Bettina Brand. (Anm.: Bei den zuvor genannten Namen handelt es sich zweifellos um Decknamen.) Die wahre Identität der Akteure verrät ein Folder, der zu Beginn des bunten Treibens erhältlich ist. Pssst! Nichts weitererzählen, zu groß wäre die Gefahr durch Nachahmungstäter!

PRESSEBERICHT Bezirksblätter

NASSEREITH. Otto Waalkes Film "7 Zwerge, Männer allein im Wald"

aus dem Jahr 2004 stand Pate für die Theaterversion von Bernd Eilert und Otto Waalkes. Die Kinozeitschrift Cinema schrieb damals: „Statt einer Story gibt’s nur ein Gagfeuerwerk, das mal mehr, mal weniger zündet.“

Das Gagfeuerwerk ist im Gafleintal angekommen, nur das mit „weniger zünden“ kann in Nassereith getrost vergessen werden. Denn die Nassereither Zwerge zünden durchgehend und mit Volldampf. Hermann Krabichler, Stefan Agreiter, Ernst Riha, Jan Brand, Markus Falbesoner, Philipp Mang und Otmar Böss als Zwerge sind ganz im Element, Spielfreude, Witz und sprühender Humor sind allen eigen. Eine tolle Partie liefert auch Günther Agerer, der als Ralfie versucht, in die Zwergentruppe aufgenommen zu werden. Zum Brüllen.

Johanna Schatz als Schneewittchen verzaubert spielerisch die Zwerge. Nach ihrem Einzug ins Zwergenhaus ist nichts mehr so wie es war und die Männer-WG erliegt dem Charme der schönen Prinzessin.

Wieder zurück auf den Nassereither Brettern, die die Welt bedeuten, ist Heini Schaber als Spliss. Köstlich – auch im blauen Kostüm und in Stöckelschuhen macht er sich prächtig.

Dietmar Unterlechner gibt den Hofnarr routiniert wie immer. Fabienne Trs als Spiegel sowie Corinna Lair, Maria Lechner und Tamara Agerer als Fanfarenbläserinnen überzeugen durchwegs. Genauso wie Bettina Brand (sie schneiderte die Kostüme) und Birgit Auer als Palastwachen. Ein richtig sensationelles Spiel als Königin liefert Martina Wander. Das geht nicht besser.

Die Regie liegt in den bewährten Händen von Lydia Thurner, die den Gagfluss nie durch irgendwelche Regieeskapaden unterbricht.

Fazit: Zwei köstliche Theaterstunden in der Freilichtbühne im Gaflein.